die Sterne im Griff

Die weite Ferne so nah: Isabella Buczek brachte die Show zum Internationalen Jahr der Astronomie in die Erdumlaufbahn. „Augen im All“ setzt atemberaubende Akzente und wird in 30 deutschsprachigen Planetarien gezeigt.

Isabella Buczek hat nicht einfach einen Film über die Raumfahrt gedreht. Ihre Show „Augen im All“ (Englisch: „Touching the Edge of the Universe“) setzt modernste Full-Dome-Technologie ein, um spektakuläre Bilder auf das halbkugelförmige Firmament von Planetarien zu projizieren. „Der Zuschauer taucht ein und entdeckt die Schönheit wissenschaftlicher Phänomene auf eine neue Art“, sagt die 29-jährige Kommunikationsdesignerin. „Hinter alldem steht das Ziel, Menschen einen Zugang zu dieser faszinierenden Wissenschaft Astronomie zu geben und die Sterne nicht nur als Lichter am Himmel zu betrachten.“

Bei diesem ehrgeizigen Unterfangen reizte sie mit ihrem Team die Rechnerkapazitäten im Kieler Mediendom bis zu ihrer Grenze aus: 12 Terabyte Daten benötigt die 3-D-Show, das ist das Zweitausendfache eines normalen Spielfilms. Idee und Drehbuch überzeugten die ESA und 30 deutschsprachige Planetarien, die „Augen im All“ anlässlich des Internationalen Jahrs der Astronomie in Auftrag gegeben hatten. Kürzlich feierte die englische Version in Birmingham Premiere – und an der spanischen wird gerade gearbeitet. „Einen Ritterschlag“ nennt die Kommunikationsdesignerin das Projekt, das sie selbst in Personalunion als Produktionsleiterin, Regisseurin, Art-Direktorin und Finanzchefin verwirklichte.

In Hessen hat sie Burgen besucht und fotografiert, um für die Eingangsszene mit Galileo Galilei am Computer eine mittelalterliche Kulisse bauen zu können. Bei der Kreation der virtuellen Satelliten und des Mars-Rovers ging ihre Detailbesessenheit so weit, „dass eigens Ingenieure der ESA nach Kiel gekommen sind, um unsere Konstruktionen zu zertifizieren.“  Kein Hollywood, keine Effekthascherei – das war der europäischen Weltraum-Organisation ebenso wichtig wie der Filmemacherin. „Schließlich geht es um die Vermittlung von Realität, von harter Wissenschaft.“

Geboren in Stettin, kam Isabella Buczek als sechsjähriges Mädchen mit ihrer Familie nach Deutschland, machte in Lübeck mit den Leistungskursen Kunst und Mathematik Abitur und studierte anschließend Kommunikationsdesign an der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel. Ihr Gesellenstück lieferte sie 2003 für die Rockband Fury in the Slaughterhouse, bevor sie ihr Studium im australischen Melbourne fortsetzte und für das dortige Planetarium die Show „The Problem with Pluto“ in Szene setzte. Nachdem Isabella Buczek mit der ESA-Show „Augen im All“ in den Himmel blickte, schwebt ihr nun das andere Extrem vor: eine 3-D-Visualisierung der Wunder und Geheimnisse der Tiefsee.

Letzte Aktualisierung: 28.08.2009

Zum Artikel auf der Deutsche Bahn Webseite: www.deutschebahn.com/site/bahn/de/unternehmen/bahnwelt/kundenmagazin/leute/kommunikation/isabella__buczek.html

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