ÜBERBLICK
Isabella Buczek, Produktionsleitung und Regie

Augen im All  ist eine einzigartige europäische Show, produziert am Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation der Fachhochschule Kiel im Auftrag der Europäischen Weltraumagentur (ESA) für ein Konsortium aus 30 deutschsprachigen Planetarien. Mit einer 360° Wissensvermittlung und Dramaturgie wird ein spannendes und phantasievolles Erlebnis aus der Wissenschaft mit Ihren Entdeckungen zum Internationalem Jahr der Astronomie (IYA) 2009 erzählt.


Visuelles Konzept - Einführung
Eine besondere Herausforderung war es, ein visuelles Konzept zu finden, das sowohl harte wissenschaftliche Fakten kommuniziert, filmische Real-Sequenzen von ESA Wissenschaftlern und ihrer Arbeit präsentiert, und zugleich Galilei in seiner toskanischen Villa des 17. Jahrhunderts wieder ins Leben ruft. Es wurde sequenzenweise vorgegangen, einige narrative Stränge liefen parallel und kreuzten sich bei Bedarf, wobei die real gefilmten Schauspieler mit den real-gefilmten Hintergründen verschmolzen.

Vorspann – zeitlich Einbindung
Die Inszenierung fängt mit der Galilei Sequenz an, die für sich steht. Sie bildet den Vorspann des eigentlichen Filmes und in Zusammenhang mit dem Ende eine narrative Klammer. Diese Klammer gibt dem Film eine historische Einbindung und gleichzeitig eine höhere Bedeutung.

Anfang – der Zuschauer wird abgeholt
Der eigentliche Film fängt mit einem Erdanflug an – langsam, innehaltend wird die heimische Erde, zu der jeder im Publikum  seine eigene Verbindung hat, eingeführt  -  die Zuschauer werden behutsam abgeholt, bevor ein abstraktes, hochtechnisches Objekt, der Integral Satellit, vorbeifliegt und den Zuschauer in die heutige hoch technifizierte Zeit zurückholt.

Filmische Sequenzen
Die filmischen Sequenzen sind getrennt zu betrachten, und stellen die reale Mission von Herschel und Planck dar, die parallel stattfindet, während ein ESA-Wissenschaftler die Zuschauer in seine Welt der Wissenschaft entführt. Erst wenn beide Darsteller wieder den Mission Control Room betreten, wird die Mission in den Vordergrund gerückt. Das Besondere der Mission ist, dass die Bildsprache eine rein filmische ist, und den Zuschauer in die reale Situation und die nüchternen Abläufe eines ESA Mitarbeiters zurückholt. Die 360° Filmaufnahmen im Mission Control Room sind so aufgenommen, dass der umgebende Raum schnell als ein Ganzes begriffen werden kann, und der Zuschauer in die Abläufe eintaucht, als ob er selbst vor Ort wäre. Die Kamerabewegungen sollten sich natürlich anfühlen, die Situation umklammern. Daher sind auch die Schnitte lang, und zeichnen einen ganzen Ablauf auf. Das Ziel war es, dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben, selbst zu erleben, wie ein normaler Arbeitstag als Ingenieur oder Wissenschaftler bei der ESOC aussieht, und sich vielleicht sogar mit einem der Wissenschaftler zu identifizieren.

Für die Filmaufnahmen wurden absichtlich Theaterschauspieler mit Filmerfahrung ausgesucht, weil sie es eher gewöhnt sind, längere Handlungen am ganzen Stück durchzuspielen, als Filmschauspieler. Die Gestik und damit die Ausdruckweise der Charaktere sollte ausdrucksvoll ausfallen, um auf der 360° „Rundumbühne“ erkennbar zu sein, ohne übertrieben zu wirken. Die Größe der Schauspieler spielte eine große Rolle, und erforderte viele Testaufnahmen, damit die Schauspieler nicht zu groß oder gar bedrohlich im Planetarium erscheinen, oder es einfach aus technischen Gründen zu unnatürlichen Verzerrungen kommt.

3D Visualisierung -  realistische Darstellung
Eine der wichtigsten Voraussetzungen in der visuellen Sprache war die realistische und absolut korrekte Darstellung aller technischen Objekte, vom  Satelliten bis zur Ariane Rakete. Unter hohem Aufwand wurden alle Objekte von ESA Ingenieuren an der Kuppel vorab verifiziert, bevor sie in die Animationen eingebaut werden konnten. An Sequenzen wie der Sternentstehung wurde mit Planetariumskollegen und Astrophysikern wochenlang getüftelt, bevor sie alle erforderlichen Anforderungen erfüllten, um als wissenschaftlich korrekte 3D Visualisierung zu gelten.

Mehr zum Projket erfahren Sie auf der externen Projekseite: www.planetariumshow.eu


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